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3 000 000 Zeichen – Wer soll das jemals lesen?!

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Ein paar von euch sind so herzig, auch noch die Texte unter den Bildern zu lesen. Manche hier geben sogar noch ein Like. Das mache ich auch gerne, wenn ich durch die Bilder scrolle. Schließlich hat Jeder von uns eine Motivation, sich überhaupt die Mühe für einen Beitrag zu machen. Durch die Vielzahl von Fotos und Texten gehen unsere „Werke“ allerdings leicht verloren. Es sei denn, man pusht sie durch bezahlte Werbung oder eben Bekanntheit nach oben. Mir fehlt es an beidem 😉

Nun habe ich schon Jahre kein Buch mehr veröffentlicht. Gar nicht so einfach für mich, habe ich doch Ideen für ein paar schöne, ganz einfache Projekte.
Die sind für uns alle interessanter und kurzweiliger. Wer liest heute schon noch lange Geschichten und vielleicht auch noch welche mit mehreren Erzählsträngen, teils schweren Themen
und weit auseinanderliegenden Gefühlswelten?

Trotzdem arbeite ich an einem Werk, wie ich es nie wieder schreiben werde. Nichts Besonderes vielleicht oder doch? Jedenfalls bringe ich es irgendwie in den Arbeits- und Sonstalltag unter und schreibe immer mal meine paar Zeilen pro Tag. Die Geschichte, um die es geht und um die ich hier noch ein gewisses Gehemnis mache, erzählt sich in meinem Kopf weiter. Eine Grundidee steht, doch meine Figuren nehmen, wie ich manchmal im wahren Leben, Umwege in Kauf, um Abenteuer zu erleben. Gestern habe ich einen weiteren Meilenstein erreicht. Ich weiß schon, Qualität und Quantität (Menge) sind zweierlei. Dennoch zeigt es mir, dass ich drangeblieben bin. Nun habe ich tatsächlich trotz des vielen Löschens und wieder Herausnehmens das dreimillionste Zeichen erreicht! Alle mit den Fingern eingetippt. Bisher über 470 000 Wörter. Bald schon habe ich die 700. Arbeitsseite erreicht! In Taschenbuchform wären es viel mehr Seiten. Wenn ich sagen kann, „fertig“, werde ich alles aber noch einmal durchgehen und lektorieren.

Am Ende wird es ein Lebenswerk sein. Die schier endlose Arbeit eines „Schriftstellers“, der Buchstaben zu Worten und Sätzen und ganzen Geschichten zusammensetzt und auch mal wieder umstellt. Weil ich (bisher) von einem kommerziellen Verlag unabhängig bin, ist es mein intrinsisches Hobby. Eine Lebensmotivation. So bin ich wie ein Läufer, der seine Kilometer zählt, ein Musiker seine Lieder. Studien haben längst gezeigt, dass der spätere Erfolg, wenn er denn jemals angestrebt wird, nicht allein von Können abhängt. Man benötigt Sponsoren, oft ein wenig Extrovertiertheit, soziale Stärke und den richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt. Das alles ist jetzt gerade nicht so wichtig.

Mein Ziel ist es vielmehr, dieses ungewöhnliche Buch zu Ende zu schreiben. Nicht von einer Maschine schreiben zu lassen, sondern von meinem noch halbwegs intaktem Hirn und der immer dazugehörendem Schriftstellerseele.

Ist das normal? Wer soll irgendwann 470 000 Wörter lesen, geformt zu Sätzen, Geschichten und Themen? Am Ende, wenn man es denn überhaupt noch so weit schafft, mit teils von Anfang bis Ende verknüpften Strängen, deren Kreis sich nacheinander auf wundersame oder sehr fantasivolle Weise schließen.

Drück mir die Daumen, dass ich es schaffe. Man weiß nie, wie das Leben spielt und dennoch ist da diese Zuversicht in mir, dass es werden und gelingen wird. Auf, auf zu neuen Zeichen …

Viele Freizeitgrüße von Micha.

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